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Unterwegs zu Rosa

 

Dieser Tage bin ich mit vielen Dingen beschäftigt und mache so allerlei nebenbei, gleichwohl schreibe ich. Vieles wurde in den vergangenen Jahren schon von mir getextet, das nicht ungültig geworden ist. Was verändert die Welt mehr als das freie und richtige Wort, die global gedachte Idee, deren Zeit gekommen ist?

 

Dieser Tage bin ich unterwegs an das Grab der Patin meiner Seite, deren Satz "Ich fühle mich in der ganzen Welt zu Hause, wo es Wolken, Vögel und Menschtränen gibt." seit vielen Jahren meine Briefe zieren darf - Rosa Luxemburg. Bei den alljährlichen Umzügen im Januar war ich noch nie sowie ich seit vielen Jahren die Zauderer, Zerstörer und Zerfledderer kreativer Ideen meide.

 

 

Rosas Leidenschaft erwuchs aus der (Mit)Leidenschaft, aus tiefer Sympathie mit jedem Wesen, das sich reckt, streckt und drängt nach Leben – ob gequältem Stier im Gefängnishof in Wronke, geknechtetem Proletarier, der auf Befehl von Kaiser und im Interesse des Kapitals den Menschengenossen auf der anderen Seite des Schützengrabens morden mußte, oder dem hungernden Kind in Afrika. Zeitgenosse, denk' an Afrika und tu' was gegen die perverse Spekulation mit Nahrungsmitten und gegen die Kriege! Meine Themen der Zukunft wären auch Deine, Rosa: #Krieg #Hunger #Klima - Die Menschheitsthemen.

 

Liebste Rosa, ich wünschte mir, Du wärest nicht 1871, sondern 1971 geboren. Du gabst mir Halt bereits in jungen Jahren durch Deine "Briefe aus dem Gefängnis" und die Schärfe Deines Verstandes durch "Sozialreform oder Revolution", "Massenstreik, Partei und Gewerkschaften", "Zur Russischen Revolution" und viele andere Texte mehr.

 

Liebste Rosa, nicht nur ich gedenke Deiner und zwar nicht nur mit der "Freiheit der Andersdenkenden", sondern mit Deiner ganzen Wut gegen ein täglich 20.000 Menschen mordendes System. Zeitgenosse, nenn' es, wie Du willst, es bleibt der tägliche Blutzoll. Es beschämt mich, zur Gattung Mensch zu gehören, dass dies bis heute nicht gelöst ist: "dum spiro, spero" ("solange ich atme, hoffe ich") UND kämpfe für die EINE, für unsere Welt!

 

 

Arbeiten von mir:

Missbrauchte Rosa - Zur "radikalen Realpolitik" und der zweifelhaften Luxemburg-Rezeption in Teilen der LINKEN;

Antikommunismus 2.0 - Vom Versuch, eine Idee zu delegitimieren;
 

 

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Uwe Ness | Texte zu Politik, Literatur & Geschichte