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kurz gebloggt:

 

Change - Does anybody still believe in?

UJN 05.04.2011

 

"In the midst of two-and-a-half wars, a prolonged recession and a possible government shutdown, Barack Obama officially kicked off his re-election campaign today," schreibt The Nation über den gestrigen Wahlkampfauftakt von US-Präsident Barack Obama für die Wahl am 6. November 2012. Während auf der Gegenseite langsam mögliche Kandidaten für die Primaries der Grand Old Party (GOP, Republikaner) Versuchsballons steigen lassen, Precampaigns zwecks Spendensammeln starten und sich die ein oder andere Kandidatur doch zu verfestigen scheint, warf Obama bereits jetzt seinen Hut in den Ring – einen Kontrahenten aus der eigenen demokratischen Partei muss ein amtierender Präsident sowieso nicht fürchten. Ungewöhnlich war die Form, wie er seine Bewerbung bekannt gab: Obama ließ über seine Kampagnenseite www.barackobama.com ein Video ins Internet stellen, aus dem seine Absicht hervorgeht, sich erneut für das Präsidentenamt zu bewerben, was für einen Amtsinhaber auch nicht weiter verwunderlich ist.

 

 

Barack Obama selbst ist in dem Video gar nicht zu sehen, so  als müsse er sich verstecken, so als ginge es gar nicht um seine Wiederwahl. In dem Video werden Menschen aus dem ganzen Land kurz interviewt, die offenbar einen Graswurzelcharakter der Kampagne verkörpern sollen: Sie sprechen davon, man solle die Veränderungen in den letzten zweieinhalb Jahre reflektieren, äußern sich darüber, wie etwa ein "Underdog-Senator" zum Präsidenten werden konnte, obschon Senatoren niemals Außenseiter sind, sondern stets im innersten Zentrum der Washingtoner Macht stehen und die zweithöchsten Ämter in einem 310-Millionen-Land innehaben. Nur zweimal fallen in dem knappen Video die Begriffe change und hope (letzterer in Verbindung mit energy), die für die Wahlkampagne 2008 so zentral gewesen waren. Nun, formulieren wir es direkt: Da sowieso niemand mehr an einen Wechsel glaubt, kann man diesen Verzicht auch als immerhin ehrlichen Schritt werten. Eine Aktivistin sagt es nüchtern und deutlich: "It is an election that we have to win."

 

Die Wahl 2012 soll durch stoische Arbeit und ein Weiter-So gewonnen werden, als wäre dies bereits ein Wert an sich, statt abermal wie 2008 auf den "Zauber eines Neubeginns", der versprochen worden war, zu setzen. Obama wird es schwer haben, mit dieser Strategie zu gewinnen, schließlich gewann er 2008 nur durch die erfolgreiche Kampagne zur Wählerregistrierung und -mobilisierung am Wahltag selbst. "He's got a job to do", meint eine andere Aktivistin, es wird betont, dass sich so viele Dinge grundsätzlich veränderten und so entsteht bei dem Betrachter der wohl von den Machern intendierte Gedanke, dass es an Kontinuität und Sicherheit bedarf, die wiederum nur der Amtsinhaber, nämlich Barack Obama, gewährleiste. Wie anders – sowohl von der Form als auch vom Inhalt her – nahm sich die Rede Obamas aus, die er an jenem kalten Februartag 2008 vor dem State Capitol in Springfield/Illinois, seinem Heimatstaat,  hielt und in der er seine Kandidatur begründete? Wie verschieden ist das Gefühl, das er den Menschen in seiner Speech on Victory vermitteln wollte, die er spät am Abend der Wahl, dem 4. November 2008, in Chicago hielt?

 

 

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Uwe Ness | Texte zu Politik, Literatur & Geschichte